WENN DEIN JOB DICH KRANK MACHT

Episode 8: Die Todesfahrt

Mein LKW spielt verrückt!


Der Beginn der normalen Fahrt

Ich fuhr damals, wie gesagt, einen kleinen 12-Tonner-LKW. Irgendwann, nach vielleicht vier Jahren, kam es zu einem Zwischenfall. Der vollgeladene LKW fuhr auf meiner Tour von Hannover nach Frankfurt die ersten circa 200 Kilometer völlig normal und sicher wie immer.

Der Albtraum beginnt: Der LKW zieht nach rechts

Nachdem ich meine vorgeschriebene Pause auf einer Raststätte verbracht hatte und wieder auf die Autobahn auffuhr, begann der LKW urplötzlich wie verrückt nach rechts zu ziehen. Ich konnte den LKW kaum noch stabil und verkehrssicher auf der Straße halten. Ich verringerte das Tempo von 85 auf Tempo 30, um wieder die Kontrolle zu bekommen.

Chaos auf der Autobahn

Die LKW hinter mir kamen in die Bredouille, denn sie mussten von Tempo 90 plötzlich auf 30 herunterbremsen. Trotz meiner eingeschalteten Warnblinker kam das für viele andere LKW unvorbereitet. Ich wurde mit mächtigen Hupkonzerten überholt. Mein Herz schlug bis zum Hals. Mir blieb nur der Seitenstreifen zum Weiterfahren. Ich fuhr also mit meinem kleinen 12-Tonner auf dem schmalen Seitenstreifen, und die großen 40-Tonner donnerten mit Tempo 90 haarscharf an mir vorbei. Mein LKW schaukelte wie verrückt. Ich hatte Todesangst. „Bitte, lieber Gott, hilf mir und lasse mich lebend nach Hause kommen.“


Vergebliche Lösungsversuche

Meine Rückfahrt war eine einzige Odyssee. Ich fuhr mehrere Rastplätze an, um auf der Ladefläche die Last zu verlagern. Da mein LKW nach rechts zog, vermutete ich, dass die rechte Seite der Ladefläche mehr Last hatte, und schichtete nach links um. Es half nichts. Ich prüfte den Luftdruck der Reifen. Der war in Ordnung.

Die gefährliche Alternative: Landstraßen

Was sollte ich machen? Ich verließ die Autobahn und wollte auf Landstraßen die Heimreise antreten. Das war eine schlechte Idee. Jetzt war ich mit Tempo 30 das Verkehrshindernis. Es bildeten sich riesige Schlangen hinter meinem LKW, und waghalsige Überholmanöver an den unglaublichsten Stellen fanden statt. Es war gefährlicher als auf der Autobahn.

Die Rettung? Eine Werkstatt – und ein unerklärliches Phänomen

Ich war nervlich am Ende. Ich kam an einer LKW-Werkstatt vorbei. Gott hatte meine Gebete erhört. Hier wird man mir helfen, dachte ich. Der Werkstattmeister machte mit mir eine Probefahrt. Ich schwor ihn ein, ganz langsam zu fahren, weil mein LKW voll beladen war und extrem nach rechts zog. Wir fuhren los. Ich auf dem Beifahrersitz. Und was geschah? Nichts. Es geschah absolut nichts. Der LKW fuhr völlig normal, so als wenn nichts gewesen wäre. Wir fuhren Tempo 60 auf der Landstraße, dann bis Tempo 90 auf der Autobahn. Es war alles in bester Ordnung.

Die demütigende Demonstration

Der Werkstattmeister ließ bei Tempo 90 das Lenkrad los und zeigte mir damit: Es war absolut alles in Ordnung an meinem LKW. Ich kann nicht beschreiben, wie ich mir in diesen Momenten vorkam und was ich dachte. Das war unmöglich. Das konnte nicht wahr sein. Und das war es auch nicht.

Die Rückkehr der Angst

Als ich mich wieder an das Steuer setzte und losgefahren war, begann des Dramas zweiter Akt. Der LKW zog wie vorher extrem nach rechts, und ich setzte meine Reise auf dem Standstreifen der Autobahn mit Tempo 30 fort.

Die Erlösung und die Folgen

Ich feierte jeden zurückgelegten Kilometer. Als ich nach einer gefühlten Ewigkeit im Flachland, endlich in bergiges Gelände kam, fühlte ich Erleichterung. Hier fuhren manche schwer beladenen LKW nur mit Tempo 30 bis 40 bergauf. Da konnte ich mich hinten dran klemmen und durchatmen.
Ich kam irgendwann am späten Freitagabend in Frankfurt an. Körperlich unversehrt, aber psychisch total am Ende. Ich war mit Todesangst durch die Hölle gegangen und niemand glaubte mir.