WENN DEIN JOB DICH KRANK MACHT

Episode 3: Der Samstags-Alptraum

Wenn der Chef dein Wochenende klaut


Der Neue Job – Der alte Mist

Ich bekam sofort wieder eine Anstellung bei einer Spedition im Autotransport. Genau wieder so ein Drecksladen, wie sich später herausstellen sollte.

Die übliche Fernfahrer-Woche

Im Fernverkehr ist es üblich, sonntags abends um 22 Uhr zu starten. Die Woche endet meist irgendwann Freitagnachmittag, wenn du Glück hast. Freitagabend oder samstags gegen Mittag, wenn du Pech hast. Auf jeden Fall erst dann, wenn du alle Ladestellen angefahren hast.

Die Vorfreude auf das Wochenende

Stelle dir folgendes vor: Du beginnst deine Arbeitswoche sonntagabends um 22 Uhr. Also zu einer Zeit, wo normale Menschen zuhause bei ihrer Familie sind. Du verausgabst dich die ganze Woche bis zum Maximum, damit du freitags nachmittags Feierabend machen kannst. Du willst wenigstens zwei Tage mit Frau und Kindern verbringen.

Der vernichtende Anruf am Donnerstag

Dann kommt donnerstags ein Anruf. Dein Chef ist in der Leitung und sagt: „Wir fahren am Samstag.“

Wut, Hass und Verzweiflung

Weißt du, was das für ein Gefühl ist? Du könntest deinem Chef ohne zu zucken mit einem 5-Kilo-Hammer den Schädel einschlagen. Du spürst nichts anderes mehr als Hass. Hass auf deinen Chef. Hass auf alles. Wut, Verzweiflung, Resignation – alles spürst du auf einmal.


Kein Geld für die geraubte Zeit

Und genau das passierte mehr als nur einmal. „Wir fahren am Samstag.“ Widerrede zwecklos. Bezahlung? Fehlanzeige! Mein damaliger Chef hat für diese Samstage keinen einzigen Euro extra gezahlt.

Der Trick mit dem Festgehalt

Wir hatten alle einen Arbeitsvertrag als Angestellte mit einem fest definierten monatlichen Gehalt. Was bedeutet das? Zusatzstunden müssen nicht extra bezahlt werden. Wir reden wohlgemerkt von einer 60-Stunden-Woche zu der noch zusätzliche kostenlose Wochenendarbeit verlangt wurde.